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Geschichte des THGs

Von der Lateinschule zum Theodor-Heuss-Gymnasium

Der Plan zur Errichtung einer Lateinschule tauchte in Schopfheim schon vor 1770 auf. Unterrichtet werden sollten vor allem die Söhne der Geistlichen, der Lehrer, der herrschaftlichen Beamten, der Inhaber der Manufakturen und aufstiegsorientierter bürgerlicher Einwohner.

Dieses Vorhaben konnte allerdings erst im Jahre 1770 verwirklicht werden, als die beiden Schopfheimer Geistlichen, Stadtpfarrer Eisenlohr und der neue Diakonus Obermüller, einen Organisationsplan aufstellten, um die angemeldeten fünf Schüler zu unterrichten. Der Markgraf stimmte dem Plan zu; zugleich wurde das Schulgeld von jährlich sechs Gulden für die Schüler festgesetzt, die Vergütung für den Diakon betrug 50 Gulden. Was an Schulgeld fehlte, trug die Stadt, die zudem zwei Klafter Brennholz für die Heizung der Schulstube lieferte.

Ehemaliges Diakonatsgebäude am inneren östlichen Stadtgraben, Aquarell von G. Gebhardt, 1885 (Bild zeigt den Zustand von 1800)

Am 23. Oktober 1770 wurde die Lateinschule mit sechs Schülern in zwei Klassen (je nach Lateinkenntnissen) im unteren Stock des Diakonatsgebäudes bei der Alten Kirche eröffnet.

Der wohl berühmteste Schüler der spätere Dichter Johann Peter Hebel, wohnte vom Frühjahr 1793 bis zum April 1794 im Schopfheimer Diakonatshaus in der Familie Obermüllers. Daran erinnert heute eine Tafel über der Tür des Hauses.

Der Bestand der Lateinschule war dann aber jahrzehntelang durch Schülermangel gefährdet. Als sich im September 1796 nur ein einzelner Lateinschüler einstellte, beantragte der Stadtrat die Aufhebung der Schule, was die Regierung allerdings nicht genehmigte. Anfang des 19. Jahrhunderts siedelten sich Schweizer Fabriken im Wiesental an, um den Zoll (Baden war dem Deutschen Zollverein beigetreten) zu umgehen. Diese Betriebe benötigten kenntnisreiche junge Leute, so daß Bildung höher eingeschätzt wurde.Ostern 1838 wurde durch eine großherzögliche Verordnung die Schopfheimer Lateinschule in eine »Höhere Bürgerschule« umgewandelt. Sie bezog 1842 das von der Stadt umgebaute ehemalige Kornhaus in der Torstraße. 34 Jungen in vier Klassen besuchten jetzt die Schule.

Torstraße um 1800, rechts das Kornhaus

Die Vorstände wurden bis 1857 aus den Reihen der Diakone genommen. Im Jahre 1844 wurde als vierter Lehrer Präzeptor Geiler, Hauptlehrer an der Volksschule und zugleich Ratsschreiber, angestellt. Unterrichtet wurden folgende Fächer: Religion, Deutsch, Latein, Griechisch, Französisch, Mathematik, Naturlehre, Geographie, Geschichte sowie privat Turnen, außerdem Zeichnen durch die Brüder Friesenegger und Chemie durch den Apotheker Fleiner.

Die politischen Erschütterungen des Frühjahres 1848 hatten für die Schule lediglich eine Verlängerung der Osterferien bis zum 8. Mai zur Folge, hervorgerufen durch die Anhäufung von Truppen in der Gegend. In den folgenden Jahrzehnten nahm die Schule eine stetige Entwicklung. Anläßlich der Eröffnung der Wiesentalbahn am S. Juni 1862 besuchte Großherzog Friedrich die auf ihrem Turnplatz versammelten Schüler. Am 12. und 13. März 1871 beteiligte sich die »Höhere Bürgerschule« auch an den allgemeinen Feiern des Friedensschlusses durch Vorträge und einen gemeinsamen Spaziergang. Die steigende Schülerzahl (1871:96 Schüler machte eine Erweiterung des Schulhauses nötig, weshalb zwei angrenzende Häuser in der Altstadt angekauft, abgerissen und neu aufgebaut wurden. 1893 heißt die mittlerweile sechsklassig gewordene Schule offiziell Realschule, 1898 wurden die fünf unteren Klassen auch für Mädchen geöffnet. Die Schülerzahl stieg auf 200, so daß 1906 bis 1908 in der Roggenbachstraße ein Neubau errichtet wurde (die heutige Friedrich- Ebert- Schule).

Postkarte vom 08. Dezember 1906

Im Ersten Weltkrieg wurde das neue Gebäude als Reservelazarett in Anspruch genommen. 1922/23 trat die neuntklassige Oberrealschule (dem heutigen Gymnasium vergleichbar) ins Leben, die erste Reifeprüfung fand an Ostern 1923 statt. Im Dritten Reich- nun als Albert- Leo- Schlageter- Schule firmierend- folgte dann allerdings eine Kürzung um die Primen, 1935 waren es in sieben Klassen noch 154 Schüler. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte eine erneute Auslagerung der Schule in das alte Gebäude in der Torstraße. Am 9. Oktober 1939 begann ein gekürzter Unterricht, bis im Herbst 1944 der Unterricht ganz aufhörte. Die unteren Klassen wurden bis zum März stundenweise mit Hausaufgaben betreut.

Theodor-Heuss-Gymnasium im Vicemoos, 1969

Am 24. April zogen die Franzosen in die Stadt ein und belegten das Schulgebäude. Eine Wiederaufnahme des Unterrichts war erst im November 1945 möglich. Die Aufsicht führte die französische Militärregierung unter dem Kapitän Leber als Schuloffizier. Die Schule wurde 1948/49 zum Gymnasium ernannt Das Anwachsen der Schülerzahl in den 50er und 60er Jahren führte dazu, daß sie 1969 in einen Neubau im Vicemoos überwechselte. Gleichzeitig gab sie sich im Gedenken an den ersten Bundespräsidenten den Namen Theodor-Heuss-Gymnasium. Heute werden 1150 Schüler unterrichtet.

 
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